Die Erlenkapelle

Die Kapelle steht am Weg von Emmenbrücke nach Littau. Ihr Ursprung liegt im Dunkeln. Sie stammt vermutlich aus dem 15. Jh. aus der Pestzeit.
Der schlichte, dreiseitig geschlossene Bau mit dem hölzernen Vorzeichen, je einem hochrechteckigen Fenster an den Längsseiten und mit einem Dachreiter aus dem 19. Jh., enthält eineig alte Kunstwerke. In die Zeit von 1679 weist auch das rundbogige, gotisierend gefasste Hausteingewände. Eine Statue, Madonna mit Kind, aus der Mitte des 17. Jh. stammt aus der Werkstattnachfolge Niklaus Geislers. An einer Längswand hängt ein recht-eckiges Bild der in einer Reihe aufgestellten 14 Nothelfer. Öl auf Leinwand, Mitte 18. Jh.
Das weitaus interessanteste Stück der Ausstatung ist die Figur der hl. Kümmernis (Wilgefortis), der legendären, bärtigen, ans Kreuz geschlagenen Königstochter. Diese Figur stammt wohl aus der Zeit des Kapellenbaus um 1679. Zwei Glöcklein hängen im Türmchen, wovon das ältere die Jahreszahl 1679 und die Bilder von Christus am Kreuz und dem hl. Wendelin trägt. Das kleinere wurde 1703 gegossen.

1967 erhielt die Erlenkapelle neue Glasfenster nach Entwürfen von José und Verena de Nève-Stöckli. Im Jahr 1985 beschlossen einige aktive Quartier-bewohner und Handwerker, die Erlenkapelle vor dem Zerfall zu retten. Unzählige Fronstunden wurden während eines Jahres geleistet. Ende November 1986 konnte die renovierte Kapelle eingeweiht werden.
20. Juni. Kümmernis (Wilgefortis), die «heilige Helferin» bei allen Kümmernissen, ist eine rein legendarische Gestalt, um die sich im Lauf der zeit reichhaltige Erzählungen rankten. Sie entstand sozusagen als Wunschheilige für in Not geratene Menschen, für die sie über vile Jahrhunderte als Fürsorgerin und Helferin diente. Der Name Wilgefortis (Hilgefortis) leitet sich ab vom Lateinischen virgo fortis, starke Jungfrau.